Sie spielen auf einem kurzen Par 5-Loch. Sie hatten zwei gute Schläge und liegen mit einem einfachen Chip kurz vor dem Green. Sie entscheiden, wie Sie spielen wollen, wählen Ihren Schläger, machen zwei Übungsschwünge, stehen zum Ball hin, richten sich ein, machen Ihren letzten Blick zum Loch und dann passiert es…! Der Golfbag Ihres Mitspielers fällt um. Ihre Gedanken wandern, Ihre Konzentration verschwindet. Sie überlegen sich nochmals anzufangen, wollen aber nicht alle warten lassen. Sie versuchen Ihren Fokus wieder zu finden, können sich aber nicht mehr so gut konzentrieren wie vorher. Sie schwingen, treffen den Ball dünn und sehen zu, wie er über das Grün hinausrast. Schon wieder so ein blöder Schlag!
Viele Leute sagen mir, dass sie sich nicht auf die ganzen 18 Löcher konzentrieren können. Wenn ich dann nachfrage, merke ich schnell, dass es nicht um eine schlechte oder ungenügende Konzentration geht, sondern darum, dass sie nicht wissen, worauf sie sich konzentrieren sollen. Die meisten GolferInnen denken an etwas Spezifisches während des Schwungs, aber nur solange es einwandfrei funktioniert. Sobald Schwierigkeiten auftauchen versuchen sie es mit anderen Gedanken. Wenn Sie genau wissen, worauf Sie Ihren Fokus richten sollen, d.h. welche Gedanken Ihr Spiel unterstützen, ist die Konzentration während 18 Löchern viel einfacher zu halten. Auch dann werden Sie nicht immer perfekt spielen, aber Sie werden die Sicherheit und das Vertrauen bewahren, dass Sie Ihr Bestes tun, um gutes Golf zu spielen. Somit werden Sie gedanklich bei Ihrem Schlag bleiben und nicht mehr so viel Aufmerksamkeit dem Score widmen.
So erreichen Sie einen optimalen Fokus und eine tiefe Konzentration:
Wissen, welche Gedanken Ihr Spiel unterstützen:
Diese Gedanken sind mentaler und nicht technischer Natur. Sie haben mit dem Prozess vom Spiel zu tun, d.h. mit dem Resultat Ihres derzeitigen Schwungs und liegen innerhalb Ihrer Kontrolle. Ihre Gedanken sind im Hier und Jetzt und geben Ihrem Gehirn ein klares Signal, was Sie jetzt erreichen werden. Sie denken daran, was Sie mit diesem Schwung erreichen wollen und nicht daran, wie Sie das erreichen werden.
Sich auf die Zielrepräsentation fokussieren:
Sie müssen herausfinden, welche Schlüsselgedanken für Sie funktionieren. Gewisse Menschen sind eher visuell und brauchen sich innere Bilder von zum Beispiel einer perfekten Flugbahn vorzustellen. Gefühlsmenschen dagegen fühlen einen optimal getroffenen Ball bereits vor und während des Schwungs.
Strategien gegen Ablenkungen:
Zuerst müssen Sie natürlich merken, dass Sie nicht spielunterstützende Gedanken im Kopf haben. Unterbrechen Sie diese und lassen Sie sie los. Danach können Sie sich wieder auf Ihre Zielrepräsentation konzentrieren. Falls Ihnen dies nicht schnell genug gelingen sollte, so müssen Sie das tun, was die meisten Top-Spieler machen, wenn sie Ihren Fokus verlieren: Fangen Sie Ihre Preshot Routine nochmals an!
Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie das Resultat oder Ziel Ihres Schwungs mental repräsentieren können. Nachfolgend sind ein paar der wichtigsten Beispiele:
Auf der visuellen Ebene:
Auf der auditiven Ebene:
Auf der Gefühlsebene:
Gehen Sie mal auf die Driving Range und spielen Sie mehrere Bälle mit einem dieser Gedanken (als Resultat Ihres Schwungs) im Kopf. Achten Sie darauf, dass Sie an nichts anderes (z.B. Technik) denken. Sie werden sehr schnell merken, ob dieser Gedanke Ihr Spiel unterstützt oder nicht. Wiederholen Sie diesen Prozess mit den anderen Gedanken, bis Sie alle drei Sinnessysteme ausprobiert haben. Danach machen Sie das Gleiche mit zwei Gedanken kombiniert, bis Sie die ideale Version kennen (z.B. könnte sie aus der Flugbahn mit dem Gefühl eines optimal getroffenen Balls bestehen). Dies ist nun Ihre Zielrepräsentation, worauf Sie sich bei jedem Schwung fokussieren sollten. Wahrscheinlich gibt es sogar leichte Unterschiede, abhängig vom Schlag, den Sie gerade ausüben (Drive, volles Eisen, Pitch, Chip, Putt). Vor über 10 Jahren habe ich meine optimale Zielrepräsentation entdeckt. Seither habe ich den ganzen Prozess öfters wiederholt und mit Erstaunen immer wieder festgestellt, dass sich nichts an meiner Zielrepräsentation geändert hat. Also finden Sie heraus, welche Gedanken Ihr Spiel optimal unterstützen und bleiben Sie bei jedem Schwung dabei. Sie werden schnell merken, dass Sie konstanter spielen und dass Sie viel mehr Vertrauen entwickeln. Jedenfalls höre ich das von vielen TeilnehmerInnen aus meinen Kursen, welche diesen mentalen Fokus benutzen. Ich freue mich auch auf Ihren Erfolgsbericht. Viel Spass bei der Umsetzung!
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