Optimales Golftraining

Effektives Golftraining unter mentalem Aspekt

So viele Leute sagen mir: 'Auf der Driving Range spiele ich super, doch auf dem Platz treffe ich keinen Ball mehr', oder 'unter Kollegen spiele ich genial, aber während des Turniers läuft nichts mehr'. Wie wäre es hingegen, wenn Sie im Verlaufe der kommenden Saison genau das Gegenteil sagen könnten: 'Je mehr Druck, desto besser spiele ich?'

Profis verbringen Stunde um Stunde auf der Driving Range. Amateure kopieren dieses Training und üben das, was sie vom Pro gelernt haben: Technik (z.B. wie fange ich den Rückschwung an). Dies ist nötig und sehr wichtig, um den Schwung zu automatisieren. Allerdings wissen die meisten Amateure nicht, dass damit erst 30% des Trainings abgeschlossen ist. Gute Spieler nutzen die restlichen 70% der Zeit, um den eingefleischten Schwung turnierreif zu machen.

Typischerweise trainieren wir auf der Driving Range vor allem mit dem Fokus auf Technik. Alle paar Sekunden fliegt wieder ein Ball. Auf dem Platz hingegen brauchen wir ein Vielfaches an Zeit, um den Schwung mit Konzentration und vielen Überlegungen auszuüben. Wir denken zum Beispiel daran, wo der Ball landen soll oder wie wir eine Gefahr vermeiden können.

Auf der Driving Range passiert nichts, wenn ein Ball mal schlecht getroffen wird. Auf dem Platz lauern echte Gefahren: Wasserhindernis, Rough, Bäume, Aus-Grenze usw. Wenn auf dem Platz ein schlechter Schlag ausgeübt wird, gibt es sofort eine Bestrafung. Dies setzt uns unter mentalen Druck.

Folglich erleben wir Situationen während Turnieren, welche wir beim Üben vernachlässigen. Deswegen ist es von zentraler Bedeutung, den Unterschied zwischen Spiel-Modus und Trainings-Modus zu verstehen:

Trainings-Modus (30% aller Schwünge):

Im Trainings-Modus sind unsere Gedanken primär auf die Technik fokussiert. Wir trainieren unseren Schwung, damit dieser automatisiert wird. Im Trainings-Modus sind wir nur auf den Übungs-Anlagen. Wir korrigieren technische Defekte und perfektionieren unseren physischen Schwung. Idealerweise trainieren sie diesen Modus im turnierfreien Winter.

Spiel-Modus (70% aller Schwünge):

Wie nervös würden Sie beim nächsten Turnier sein, wenn die letzten 50 Runden nur Turniere gewesen wären? Im Spiel-Modus werden alle Schwünge stets wie unter Turnierbedingungen durchgeführt, um gezielt den Umgang mit Druck zu trainieren. Bei jedem Schlag geht es also um etwas, auch wenn wir nicht an einem Turnier spielen. Wir spielen zum Beispiel gegen unser Handicap oder führen eine Wahrnehmungsübung durch. Unsere Gedanken widmen sich den mentalen Aspekten des Spiels wie etwa der Flugbahn, dem Landepunkt, dem Gefühl eines optimalen Treffmoments, dem richtigen Rhythmus usw.

Beispiel einer Wahrnehmungsübung auf der Driving Range:

Wählen Sie fünf verschiedene greengrosse Flächen aus. Richtung und Distanz sollen bei jedem 'Green' anders sein. Wechseln Sie nach jedem Schlag das Ziel. Wie oft schaffen Sie es, alle Ziele der Reihe nach zu treffen?

Beispiel einer Wahrnehmungsübung auf dem Putting Green:

Welche Distanz zum Loch ist ein unangenehmer und schwieriger Kurz-Putt für Sie; 80cm, 1m oder 120cm? Putten Sie von dieser Distanz rund um das Loch. Das Green dürfen Sie erst verlassen, wenn Sie 15 Putts nacheinander geschafft haben.

Abschliessend das Wichtigste in Kürze:

Das, was Sie meistens machen, machen Sie auch, wenn Sie unter Druck kommen! Wenn Sie in Turnieren gut spielen wollen, dann müssen Sie 70% aller Golf-Schwünge unter Turnierbedingungen (Spiel-Modus) durchführen.

  • Nie kurz vor einem Turnier an der Technik arbeiten. Bleiben Sie im Spiel-Modus.
  • Nie Technik auf dem Platz üben - nur im Spiel-Modus sein.

Nun bleibt mir nur noch, Ihnen ein erfolgreiches Training mit viel Spass zu wünschen.